Donnerstag, 2. Januar 2025

Zurück nach Marrakesch

Nun ging es wieder zurück zum Startpunkt unserer gemeinsamen Tour durch Marokko, nach Marrakesch. Nicht weil die Tour schon endet, sondern weil wir ausgemacht hatten, hier unseren Mietwagen morgen abzugeben, damit wir ihn nicht wieder nach Quarzazate bringen müssen. Von Marrakesch aus werden wir wohl besser zu unseren weiteren Zielen kommen, denn zeitlich gesehen hatten wir gerade erstmal Halbzeit.

Die Fahrt verlief eigentlich ziemlich eintönig die N8 entlang, die zu großen Teilen einfach geradeaus verläuft. Zwischen den wenigen Dörfern und Städten lag oftmals wieder viel Nichts. Aber das Atlasgebirge, welches sich quasi einmal durchs Land von West nach Ost zieht, war immer sichtbar und bot schöne Ausblicke.

Nach knapp 3 1/2 Stunden kamen wir in der Region von Marrakesch an, wo wir uns nun eine Unterkunft suchen wollten. Christian besorgte nochmal Bargeld, damit wir für die nächsten Tage auf der sicheren Seite sind.

Rauf zur Kasbah Ain Asserdoun

Oberhalb von Beni-Mellal liegt die Kasbah Ain Asserdoune, eine historische Festung. Sie wurde im 17. Jahrhundert von Moulay Ismail, dem zweiten Herrscher der marokkanischen Alawiten-Dynastie, zum Schutz der Quelle von Ain Asserdoun und der umliegenden Gegend erbaut.

Die Festung thront über der Stadt und bietet einen sehr schönen Ausblick. Etwas unterhalb liegt der Jardin de Ain Asserdoune. Hohe Bäume prägen das Erscheinungsbild des Stadtparks, wo aus dem Berg die Quelle von Aïn Asserdoune entspringt. In breiten Kaskaden und Wasserläufen wird das Wasser durch den Park geleitet. 

Mangels Parkplätzen vor der Kasbah ließ Christian mich kurz raus, damit ich mich hier umsehen konnte. Er wartete etwas weiter weg und sammelte mich kurze Zeit später wieder ein. Auf den Besuch des Jardins verzichteten wir, teils waren wir unterhalb schon daran vorbeigefahren.

Es war nun fast 14 Uhr und vor uns lagen noch knapp 200 km Wegstrecke oder mindestens 3 Stunden bis nach Marrakesch, wo wir eine Unterkunft für die Nacht suchen wollen. Es ging wieder runter zur Nationalstraße 8, die uns bis nach Marrakesch führen wird.

Fahrt durch Beni-Mellal

Mit dem frisch gewaschenen und getankten Wagen fuhren wir dann durch Beni-Mellal. Sie ist die Hauptstadt der Region Béni Mellal-Khénifra in der Landesmitte von Marokko mit etwa 193.000 Einwohnern und darüber hinaus Hauptstadt der Provinz Béni Mellal. Es ist eine moderne, überwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandene Stadt.

Sie liegt am Westrand des Mittleren Atlas im Süden der fruchtbaren Tadla-Ebene an der Nationalstraße 8 (route impériale), einer ehemaligen Kamelkarawanenroute, etwa auf halbem Weg zwischen Marrakesch im Südwesten und Fès im Nordosten, in einer Höhe von etwa 500 bis 600 m.

Es war mal wieder ein heftiger Kontrast zu den Dörfern der letzten Tage. Aufmal waren wir wieder in einer Großstadt, wo die Moderne zumindest im Innenstadtbereich eingezogen hatte. Je weiter man in die Stadt fuhr, umso größer und moderner wurden die Gebäude. 

Wo im Vorort noch viele alte Autos und selbstgebaute Kutschen unterwegs waren, stand man im Zentrum von Beni-Mellal im Stau an der doppelspurigen Ampel. Auf Kreisverkehren standen große Brunnen mit hohen Wasserfontänen und den Berg hinauf gab es auch die schönen Wohnviertel mit schicken Häusern.

Wir hatten heute aber keine Lust auf großen Trubel und Stadtbesichtigungen. Wir wollten hoch zur Kasbah auf dem Berg über Beni-Mellal.

Ein wenig Autopflege

Unterwegs hielten wir noch kurz an einem Frischwasserbrunnen und füllten unsere Scheibenwaschanlage auf, denn die war mittlerweile leer und die Scheiben gut beschmiert.

Auf der Fahrt über die N8 Richtung Beni-Mellal kamen wir durch Oulad Embarek und hielten hier nochmal an einer Tankstelle. Wir sollten den Wagen mit einem ähnlichen Füllstand (1/4) wieder zurückgeben und haben daher nochmal für 20€ getankt, damit wir dann in Marrakesch diesen Stand erreichen. Der Dacia erwies sich als sehr sparsam. Knapp 5 Liter hatten wir auf der Fahrt im Schnitt verbraucht. Mit der einen Tankfüllung waren wir bereits über 1.000 km unterwegs.

Zudem gab es hier an der Tanke noch eine Waschmöglichkeit. Zwei Mitarbeiter wuschen hier die Autos äußerst gründlich mit Hochdruck und Schwamm ab, das alles für nur umgerechnet 2€. Da sagten wir natürlich nicht nein und ließen den Wagen waschen, während wir in der Sonne warteten und den hiesigen interessanten Verkehr beobachteten.

Aufgetankt und wieder sauber ging es dann weiter nach Beni-Mellal.

Überfahrt nach Beni-Mellal

Wir haben uns dazu entschieden, heute nochmal einen Abstecher nach Beni-Mellal zu machen. Anschließend wollen wir in Richtung Marrakesch aufbrechen und dort für die Nacht eine Unterkunft suchen, damit wir morgens schnell am Flughafen sind, um den Mietwagen abzugeben.

Beni-Mellal stand auf unserer ersten Planung der Marokko-Tour und liegt nicht allzuweit von Ouzoud entfernt. Aber erstmal mussten wir unseren Wagen von Eis befreien, die Scheiben waren zugefroren.

Die Überfahrt bei bestem Wetter erwies sich wieder als sehr schön. Es ging die letzten Bergketten hoch und runter und es gab wie immer herrliche Ausblicke. Wir sahen Esel bei der Feldarbeit und mussten eine alte schmale Stahlbrücke überqueren.

Nach knapp 1 1/2 Stunden hatten wir das flache Land nördlich des Atlasgebirges erreicht und fuhren durch die ersten Vororte von Beni-Mellal.

Frühstück und letzter Tag mit dem Mietwagen

Wir schliefen heut ein wenig länger und versuchten zu duschen, allerdings kam eher kaltes als warmes Wasser aus dem Duschkopf. Wahrscheinlich gibt es hier nur einen Warmwasserbehälter auf dem Dach, der von der Sonne aufgewärmt wird. Im Winter kommt dabei nicht viel rum.

So eine kalte Dusche schreckt den Körper aber auch gut ab und man wird im Nachhinein warm. Das Wetter sah aber immerhin bombig aus, die Sonne kam langsam hoch und wir hatten strahlend blauen Himmel. Der uns als "Ausblick auf die Wasserfälle" angepriesene Blick aus dem Hotelfenster erwies sich allerdings als arg weit hergeholt.

Wir packten schon mal alles zusammen und gingen dann runter zum Frühstück. Auch der Restaurant/Frühstücksraum des kleinen Hotels war natürlich komplett ausgekühlt, alle Türen und Fenster standen offen.

Und so saßen wir hier in kompletter Montur und warteten auf das Frühstück. Dies brachte uns der ältere Hausherr, der kurz vorher noch fast seine Lunge neben uns aushustete... 

Zum Frühstück gab es eher zähes Brot, Aufstriche, Oliven, gekochtes Ei, Tee und O-Saft. Im Vergleich hatten wir schon besser gefrühstückt. Zu uns gesellte sich dabei die Hauskatze.

Heute beginnt der letzte volle Tag mit unserem Mietwagen. Für morgen früh haben wir die Übergabe am Flughafen in Marrakesch ausgemacht, ab dann würden wir wieder anders reisen müssen.