Donnerstag, 9. Januar 2025

Kurzer Abstecher zum Dorf Aglou

Wir fuhren laut Empfehlung ins Küstendorf Aglou ein, welches seinen Ruhm seiner landschaftlichen Vielfalt verdankt: ein Ozean so weit das Auge reicht, Relief und Sanddünen rundherum.

Tatsächlich war das Dorf hier eher ernüchternd und wir fragten uns, wie lang der Europcar Mann wohl schon nicht mehr hier war. Keine Frage, das Meer sah nett aus hier, das Dorf aber umso weniger. Es war nichts los, etliche Bauruinen standen hier rum und zu erleben gab es hier aus unserer Sicht auch nichts.

Wir hielten kurz um an die "Promenade" zu gehen und uns ein wenig umzusehen. Für uns war aber schnell klar, dass wir uns hier nicht lange aufhalten wollten. Also ab ins Auto und weiter in Richtung Süden, am Meer entlang.

Weiterfahrt Richtung Tiznit und Plage Aglou

Nach der Besichtigung der Medina fuhren wir zum nächsten Tipp des Europcar Mannes, zum Plage Aglou in der Nähe von Tiznit, knappe 100 km von Agadir entfernt.

Die Fahrt führte uns über die Nationalstraße 1 entspannt bis kurz vor Tiznit, ehe wir dann in Richtung Meer abbogen. 

Unterwegs gab es wieder viele wilde Fahrzeuge zu sehen und interessanterweise scheinen hier unten andere Oldtimer angesagt zu sein als noch im Atlas oder nördlicheren Teil. Liegt wohl immer daran, welche Werkstatt sich hier gut mit einem Fahrzeugtyp auskennt.

Nach etwas über einer Stunde Fahrt sahen wir dann das Meer und erreichten Plage Aglou.

Besuch der neuen Medina von Agadir

Unser erstes Ziel am heutigen Tag war die neue Medina von Agadir, auch "La Medina d'Agadir" genannt. Die alten Medinas in Marokkos Städten sind die Hüter der Geschichte der marokkanischen Zivilisation, so schreibt es deren Webseite.

Agadir, dessen Altstadt durch das Erdbeben von 1960 vollständig zerstört wurde, berührte das Herz von Beato Salvatore, genannt Coco Polizzi. Er begann 1992, getrieben von einem brennenden Wunsch Agadir eine Medina zurückzugeben, mit der Arbeit an diesem pharaonischen Projekt. Es handelt sich um eine wahre Medina im Miniaturformat, die nach traditionellen Methoden errichtet wurde, von den Bauweisen der Vorfahren inspiriert ist und für die hauptsächlich Materialien aus der Region verwendet wurden (weißer Stein aus Agadir, roter Stein aus Argana, grüner Schiefer aus Anzi, ockerfarbene Erde aus Taliouine, Eukalyptus- und Lorbeerholz usw.).

Die durch die engen Gassen und prächtigen Arkadengalerien schlängelnden Werke der Medina zeugen vom Können der Handwerksmeister „Les Maâlems“ unter der künstlerischen und technischen Leitung von Coco Polizzi: Durchgänge, Amazigh-Türen aus geschnitztem Holz, schmiedeeiserne Schriftrollen, Moucharabieh, gravierter Stein, römische Mosaike, bunte Glasfenster, Amazigh-Mosaikteppiche und mehr.

Heute kann die in über 20 Jahren Bauzeit errichtete Medina gegen Eintritt besichtigt werden, was wir natürlich auch taten. Insgesamt ein sehr schöner und sehenswerter Ort, an dem heute glücklicherweise auch kaum etwas los war. Auch das Wetter spielte natürlich grandios mit und somit sah natürlich alles nochmal viel cooler aus.

Frühstück und Mietwagen abholen

Unser letzter voller Tourtag bricht an und wir starten nach der üblichen Dusche mit dem Frühstücksbuffet, welches wieder ein paar neue Variationen mitbrachte. Zudem hatte ich mittlerweile raus, dass ein Americano Kaffee und ein doppelter Espresso genau in eine große Tasse passten. Perfekt fürs Frühstück also. 

Wir hatten um 10 Uhr den Abholtermin für unseren kleinen Mietwagen ausgemacht, es sollte einen Kia Picanto geben, wie ihn zu Anfang schon Charlotta und Tom fuhren. Für uns würde der ja locker reichen. Wir haben ihn dann für 24 Stunden und können somit morgen früh entspannt zum Flughafen fahren und ihn dort abgeben.

Wir liefen also in der Morgensonne zur Europcar Geschäftsstelle, wo wir den restlichen Vertragskram fertigmachten. Und da wir gestern so lang am Preis rumgefeilscht hatten, der Mitarbeiter aber aufgrund seiner Programmeinstellungen nicht tiefer gehen konnte, hatte er nun aber doch eine kleine Überraschung parat. Anstatt eines Kia Picanto gab es für uns den etwas größeren und komfortableren Renault Clio. 

Wir nahmen ihn wieder genau unter die Lupe und hielten alle Beschädigungen per Foto fest, nicht dass wir nachher einen Reinfall erleben. Aber soweit war erstmal alles gut und es konnte nun auf unseren Ausflug gehen.

Hierfür hatte uns der nette Europcar Mann auch noch ein paar Hinweise gegeben, wohin wir vielleicht fahren könnten. Da wir im Norden und im Gebirge schon waren, wählten wir den Süden unter Agadir als Ziel aus.