Montag, 6. Januar 2025

Zur Unterkunft in Taghazout

Das leckere Frühstück ist verspeist, die Aussicht ist genug genossen, wir schnallen unsere Rucksäcke auf den Rücken und gehen nun in Richtung unserer Unterkunft. Die hatten wir im vorhinein bereits auf Booking gebucht. Sehr günstig ist sie und sah auf den Bildern recht gut aus.

Zunächst ging es unten am Wasser entlang, dann aber schnell wieder hoch ins Dorf, über die Hauptstraße und dann in die Wohnblöcke am Hang. Einladend sah es hier nicht mehr unbedingt aus und wir erreichten das Haus in einer der letzten Ecken. 

Der Vermieter war mit dem Zimmer noch nicht ganz fertig und nahm uns erstmal mit auf die Dachterrasse, wo vor kurzem wohl noch das neue Jahr gefeiert wurde. Die Dachterrasse war eigentlich ganz nett, alles runtergekommen aber ok. Der Blick aber ging so, da war es in der letzten Unterkunft deutlich besser.

Das Zimmer war dann nochmal ein Abtörner. Man könnte sagen, eine Absteige mit zwei labilen Bettgestellen und einer Duschmöglichkeit in der Ecke, deren Abfluss mangels Geruchsverschluss natürlich für tolle Düfte im Zimmer sorgte. Die Toilette war zwar auf dem Flur gegenüber, aber recht ungeputzt und ohne Waschbecken. Dieses war ein Stock tiefer.Über unserer Zimmertür war vielleicht mal eine Scheibe, nun hing nur ein Tuch dort rum. 

Nunja, wir entschieden uns trotzdem zu bleiben. Sollte ja nur für eine Nacht sein und lange aufhalten wollten wir uns hier eh nicht.

Erstmal runter ans Wasser und gemütlich Frühstücken

Es war nun Mittagszeit und wir hatten ja leider noch kein Frühstück, nur einen Kaffee am Morgen. Daher gingen wir erstmal durchs Dorf runter ans Wasser. Taghazout ist quasi am Hang gebaut und zieht sich den Berg hinauf. Mittendurch führt die Hauptstraße. Der Ort ist natürlich auch auf den Wassersport spezialisiert, denn nebenan gibt es eine lange schöne Sandbucht.

Es gibt hier auch keine Promenade sondern nur einen kleinen Pfad vorn in erster Reihe vor den Häusern. Und hier finden sich einige Restaurants mit Meerblick. 

Wir liefen einmal komplett den Pfad entlang, drehten nochmal um und nahmen dann im Restaurant "Windy Bay" Platz, um hier zu frühstücken. Kurz nach 12 Uhr waren wir hier unten und bestellten das Frühstück, welches uns erstmal verneint wurde, da es Frühstück nur bis 12 Uhr gibt. Der Kellner hielt aber nochmal Rücksprache und sie machten dann für uns eine Ausnahme.

Wir genehmigten uns ein Frühstücksmenü mit Ei, Salat, Früchten, Joghurt, Aufstrichen, natürlich Baguette und dazu Kaffee und O-Saft. Brot ließen wir nochmal nachkommen, denn wir hatten beide Hunger und es war auch alles ziemlich lecker.

Zumal saß man hier echt gut, mit Blick aufs Wasser und die vorbeiströmenden Leute. Auch hier gab es die typischen kleinen marokkanischen Fischerboote und wir konnten erstmals beobachten, wie ein Traktor diese aus dem Wasser holte. Anlegestellen gab es hier nämlich nicht.

Mit Abdellah nach Taghazout

Unser heutiger Fahrer Abdellah fährt uns nun die knapp 60 km in nächste Küstendorf Taghazout. Ungefähr eine Stunde soll die Fahrt dauern. Abdellah ist ein etwas komischer Typ, schaut grimmig aus, kann nur arabisch und kein französisch oder englisch, ist aber eigentlich doch ein netter Kerl. 

Unterwegs hält er kurz mitten auf der Straße, springt aus dem Wagen und bringt einem Schäfer am Straßenrand ein paar Bananen. Dann gehts weiter.

Wir kommen durch das Tal von Tamri, wo entlang des Flusses Asif n'Srou große Bananenplantagen stehen. Ab hier führt die Straße direkt am Meer entlang mit schönen Ausblicken und etlichen Surfschulen. Auch am Leuchtturm "Phare du Cap Ghir" kommen wir vorbei, so wie auch an einigen ziemlich einfachen Fischerhütten.

Kurz nach dem Leuchtturm haben wir dann den Blick auf die Küsten der nächsten Tage, denn Taghazout liegt nicht weit von Agadir entfernt. Wir werden uns für den Rest der Tour wohl größtenteils hier an der Küste aufhalten.

Kurz vor 12 Uhr kamen wir in Taghazout an und ließen uns am Straßenrand absetzen. Abdellah verabschiedete uns kurz, war aber nicht der Typ für Selfies mit uns. Leider hatte sich der Himmel hier etwas zugezogen und es war im Moment noch gut bewölkt. Später soll es aber wieder besser werden.

Warten auf unsere Mitfahrgelegenheit

Wir liefen runter ins Dorf, wo wir mit dem Fahrer einen Treffpunkt ausgemacht hatten. Die Sonne kam über die Berge und strahlte nun die Surferbucht an. Die ersten Surfer waren schon im Wasser und je länger wir hier warteten, desto mehr kamen aus dem Dorf oder mit dem Auto angereist. 

Traurigerweise sah man viele der streunenden Hunde im Müll nach Essen wühlen. Auch wenn hier keiner der Hunde verhungert aussah, das aber war doch kein schöner Anblick.

Gegen 10:30 Uhr sollte unser Fahrer eigentlich hier sein, er verspätete sich aber etwas. Abdellah wird uns nun nach Taghazout bringen.

Nur ein Kaffee zum Frühstück

Nachdem wir gestern tatsächlich mal länger wach waren und nebenbei noch Youtube schauten, konnten wir die Nacht gut schlafen und sind gegen 9 Uhr aufgestanden. Nach einer Dusche gab es vom Hausverwalter / Dauerbewohner einen frischen Kaffee, den wir beim schönen Ausblick aufs Meer und spannende Bauarbeiten tranken. Ein Frühstück war unseres Wissens nicht inbegriffen, vielleicht hätten die aber in der kleinen Küche auch irgendwas gezaubert.

Wir verzichteten aber und fragten erst gar nicht danach, denn wir hatten unsere Sachen schon für die Weiterfahrt gepackt. Da wir Imsouane nun kannten und es hier auch nicht viel mehr zu sehen gibt, wollen wir heute ins nächste größere Dorf am Meer fahren, nach Taghazout.

Also laufen wir gleich mal runter ins Dorf und warten dort auf unseren nächsten InDrive Fahrer, der uns dorthin fahren wird.