Freitag, 3. Januar 2025

Ankunft im "Moga Hostel" Essaouira

Unser "Moga Hostel" liegt ziemlich exakt in der Mitte der Altstadt von Essaouira, eine perfekte Ausgangslage für weitere Erkundungen in der Stadt. Über eine Seitengasse fanden wir die unscheinbare Eingangstür zum Hostel, hinter der es über steile enge Treppen nach oben ging. Die Stufen wurden hier "frei Schnauze" gebaut, ein DIN-Maß oder ähnlich wurde nicht verwendet und man muss höllisch aufpassen, sich nicht zu vertreten. 

Der Empfang war im obersten Stockwerk zu finden und die junge Dame reichte uns den Zimmerschlüssel. Wir hatten wie schon geschrieben wieder ein Zweibettzimmer gebucht, weil wir hier einfach für uns waren und unsere Klamotten geschützter liegen lassen konnten. 

Das Hostel war wie so oft mit einem "Innenhof" ausgestattet, hier eigentlich nur ein durchgehender Kamin. Man könnte es aber als Riad bezeichnen. Oben auf dem Dach wieder eine Terrasse und das Frühstück ist inklusive und wird einem im obersten Stock gereicht, wo es etliche Sitzgelegenheiten gab.

Unser Zimmer war schicker als noch im ersten Hostel in Marrakesch und wir hatten genug Platz für unsere Sachen. Die Steckdosen funktionierten ebenfalls.

Die Waschgelegenheiten waren auf unserem Stockwerk, zwei Duschkabinen und zwei Toiletten. Wie immer sollte man hier etwas abgehärtet sein, sauber sieht anders aus und oft gereinigt wird hier wohl auch nicht. Aber nun, soll wohl reichen.

Wir hielten uns knapp eine Stunde auf, ruhten ein wenig, gingen auf die Toilette und dann gegen 17 Uhr wieder raus in die Altstadt, denn die wollten wir nun gerne weiter erkunden, sah doch alles recht spannend und schön aus.

Durch die Altstadt zum Hostel

Von der Strandpromenade ging es nun durch das Stadttor Bab Sbaa und an der Horloge d'Essaouira (Die Uhr von Essaouira - dem Wahrzeichen der Medina) vorbei in die Altstadt, um unser Hostel aufzusuchen.

Dieses liegt mitten in der Altstadt von Essaouira und wir hatten es während der Autofahrt ausgesucht und ein Zweibettzimmer für zwei Nächte gebucht, denn wir wollen den Ort morgen nochmal in Ruhe erkunden.

Die Altstadt sah jetzt schon vielversprechend aus. Schöne kleine Gassen, viele kleine Läden, eine wirklich entspannte Atmosphäre ohne Belästigungen seitens der Verkäufer. Zudem sind hier viele Kunsthandwerke zu sehen. Wir waren gespannt auf weitere Rundgänge, trafen aber nun um Viertel vor Vier erstmal im Hostel ein.

Pause an der Strandpromenade

Da waren wir nun, am Strand von Essaouira. Die Temperatur war angenehm und wir konnten endlich mit T-Shirt rumrennen, am Himmel ein paar lockere Wölkchen. Wir nahmen die Rucksäcke auf die Schulter und liefen zunächst mal die schöne Strandpromenade ab. Diese war gut ausgebaut, sehr breit und verlief einmal den kompletten Strand entlang. Es gab viele Sitzgelegenheiten und Strandzugänge und immer mal wieder auch Saftverkäufer, die frisch gepresste Säfte von ihren mobilen Verkaufswagen anboten.

Da wir erst ab 15 Uhr im Hostel einchecken konnten, entschieden wir uns hier am Strand für eine Pause. Auch um etwas vom stressigen Reisemorgen runterzukommen.

Wir setzten uns hier in ein Strandcafé und nahmen uns erstmal ein Getränk. Ich eine kalte Cola, Christian einen Kaffee. Wir beobachteten die vorbeigehenden Touristen und Einheimischen und nach ungefähr einer Stunde machten wir uns dann auf in Richtung Innenstadt.

Mit Soufian nach Essaouira

Christian hatte unseren InDrive-Fahrer Soufian für 11:30 Uhr an den Flughafen bestellt, bzw. in die Nähe, damit die offiziellen Taxifahrer diesen illegalen Fahrdienst nicht bemerken. Im Land sind nur offizielle Taxis erlaubt, kein Uber oder InDrive. 

Fährt man hier also mit diesen privaten Fahrern mit, muss man sich immer eine Geschichte ausdenken, beispielsweise dass wir Tramper wären oder so. 

Soufian kam etwas später als ausgemacht und wir verließen die Außengrenze von Marrakesch gegen 12 Uhr in Richtung Essaouira, einer schönen Stadt am Meer. Hier würden wir wieder auf unseren eigentlichen Plan zurückgehen, denn die Küstenstädte standen bereits auf unserem eigentlichen Reiseplan.

Schon im Palais Ghiat hatten wir überlegt, wo wir denn am Meer starten wollen. Möglich wäre auch die Stadt Safi weiter nördlich gewesen, da wir aber nun auf Mitfahrten angewiesen waren und Safi wahrscheinlich auch kein Highlight war, entschieden wir uns für den Start in Essaouira. So hätten wir einige Tage Zeit, um entspannt in den Süden nach Agadir zu gelangen, wo am 10. Januar unser Rückflug geht.

Soufian war ein netter Kerl und fuhr gut. Die Strecke auf der N8 war aber mal wieder recht eintönig. Es ging viel geradeaus und viel zu sehen gab es nicht, zumindest nichts Neues. Nach knapp 2 1/2 Stunden kamen wir nach 175 km in Essaouira an und hielten zunächst kurz oberhalb der Stadt auf einem Hügel, denn hier konnten wir erstmalig das Meer sehen. 

Soufian setzte uns anschließend im Ort an der Strandpromenade ab und empfahl sich noch für weitere Fahrten, sofern wir sie denn benötigen würden. Noch schnell ein Selfie mit uns und dann waren wir allein am Strand von Essaouira.

Zum Flughafen Marrakesch und Mietwagen-Rückgabe

Gegen 10 Uhr sind wir am Palais Ghiat aufgebrochen und fahren zum Flughafen Marrakesch, vor welchem wir heute den Mietwagen an den Vermieter aus Quarzazate zurückgeben müssen. Knapp 1.300 km sind wir in den letzten vier Tagen mit dem Auto unterwegs gewesen. Er hatte uns an Orte gebracht, die wir in unserer Planung gar nicht auf dem Schirm hatten. Und wir müssen sagen, dass das wohl die beste Entscheidung war, denn sonst wären wir wohl nur im flacheren und eintönigeren Norden Marokkos gereist. Die Kosten lagen mit 40€ pro Tag sehr günstig, denn auch sonst hätten wir ja egal welches Verkehrsmittel bezahlen müssen.

Vom Vermieter haben wir lediglich einen Whatsapp Kontakt und die Kommunikation verläuft mangels Sprachschwierigkeiten nicht optimal. 

Um nicht auf einen kostenpflichtigen Parkplatz zu fahren, warten wir an der Straße vor dem Flughafen und geben unseren Standort durch. Dann geht aufmal alles schnell. Ein uns unbekannter Mann klopft an die Fahrerscheibe und versucht sich zu erklären. Wir denken erstmal, es wäre eine Art Kontrolleur, der hier Parkgebühren kassieren will. Bis er letztlich sagt, er wolle unseren Wagen nun mitnehmen.

Erst jetzt wird uns klar, dass er der Mann ist, der unseren Wagen entgegennimmt. Wir hatten eher mit den uns bekannten Gesichtern gerechnet. Ein kurzer Blick auf seine Papiere und schon sind wir den Wagen wieder los. Keine Kontrolle auf Schäden oder Sonstiges. Dummerweise haben wir in der Schnelle vergessen, die Vertragskopie aus dem Auto zu nehmen. Nunja, hoffen wir mal aufs Beste. Beweisfotos haben wir vorher am Palais noch genug gemacht.

Nun stehen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise. Genau hier hatte mich Christian vor einer Woche in Empfang genommen.

Unser Plan ist nun, mit einem InDrive-Fahrer (privat gebuchte Fahrer, illegal in Marokko) an die Küste zu kommen. Christian hatte bereits einen für uns gebucht, mal sehen ob der gleich erscheinen wird.

Entspanntes Aufstehen und Frühstück im Palast

Wir haben heute um 11 Uhr den Rückgabetermin am Flughafen in Marrakesch. Laut Google Maps sind es bis dort ca. 35 Minuten, genug Zeit also, erstmal auszuschlafen und uns in Ruhe fertig zu machen. Die Sonne geht auf und es scheint wieder ein herrlicher Tag zu werden. Wir machen uns frisch und duschen schön heiß in der doch recht komisch konstruierten Dusche.

Das Frühstück wird uns heute morgen wieder ins Zimmer gebracht. Es gibt wieder Spiegelei, Weißbrot, wahrscheinlich Harcha (Griesbrot aus der Pfanne), das bekannte Msemmen (blättrige Teigfladen aus der Pfanne) und dazu Aufstriche wie Marmelade, Frischkäse und Honig. Ein paar Oliven dürfen natürlich nicht fehlen. Als Getränke bekommen wir frischen Organgensaft, Tee und einen schönen Kaffee. So kann man gut in den Tag starten.

Wir packen danach zusammen und verabschieden uns von dieser schönen Location. Gegen 10 Uhr wollen wir in Richtung Marrakesch aufbrechen.

Donnerstag, 2. Januar 2025

Chillen und Abendessen im Zimmer

Auf unserer Besichtigungstour fragten wir auch noch nach, ob wir hier evtl. etwas zu Essen bekommen würden, denn in der Umgebung waren keine Restaurants vorhanden. Uns wurde eine Geflügeltajine empfohlen, wahrscheinlich weil hierfür noch Lebensmittel von der Gesellschaft vor uns vorhanden waren.

Mangels Alternativen willigten wir ein, die Zubereitung würde aber etwas dauern, aber das Essen würde uns dann ins Zimmer gebracht. 

Hier hatten wir auch erstmals so etwas wie ein Sofa mit einem Tisch, wo wir uns erstmal hinlegten und entspannten. Das WLAN war hier nicht besonders gut, aber wir kamen klar. Draußen wurde es derweil dunkel und die Sonne tauchte den Himmel nochmal in schönes Licht, inklusive einem schönen Sichelmond.

Die Geflügeltajine mit Oliven und Fladenbrot war kein Highlight, aber ok für heute Abend. Schön war es zumindest, hier im warmen Zimmer bedient zu werden und hier essen zu können.

Nachdem alles abgeräumt war, chillten wir ein wenig weiter und gingen alsbald in Bett.