Donnerstag, 9. Januar 2025

Rückfahrt nach Agadir durch Tiznit

Wir hatten nun eine knapp dreistündige Rückfahrt vor uns, die uns auch durch die Stadt Tiznit führen wird, welche das größte wirtschaftliche Zentrum der Region südlich von Agadir ist. Das Stadtbild ist von Geschäften und Dienstleistungsunternehmen aller Art geprägt und Tiznit hat sich zum Zentrum des Kunsthandwerks der Gold- und Silber-Schmiede entwickelt.

Wir entschieden uns aber nur für eine schnelle Durchfahrt durch das Stadtzentrum, vorbei an der Altstadt mit der im Jahr 1882 fertiggestellten sechs Kilometer langen Stadtmauer, mit 36 vorspringenden Türmen und acht Stadttoren.

Der große Mond stand tief und war gut auf der Rückfahrt zu erkennen, was ziemlich cool aussah hier in der Landschaft. Wir fuhren weiter und überlegten, wo wir heut Abend speisen wollen. Mögliche Restaurants suchte Christian während der Fahrt. Die Idee war, dass wir möglichst außerhalb von Agadir essen gehen, wo vielleicht eher Einheimische unterwegs sind und Bewertungen nicht von Touristen stammen.

Zum "Plage de Legzira"

Ungefähr 150 km südlich von Agadir liegt eine der berühmtesten Landschaften Marokkos, der Strand von Legzira, bekannt für seinen beeindruckenden Felsbogen. Zwischen Sidi Ifni und Mirleft wird der lange Sandstrand von einer Felsformation begrenzt, deren ockerfarbene Farbe einen Kontrast zum Blau des Ozeans bildet. Die Felsbögen an diesem Strand wurden tausende Male fotografiert. Leider ist einer dieser beeindruckenden Bögen im Jahr 2016 aufgrund von Erosion eingestürzt. Einer ist aber noch übrig, den wir von einem Felsvorsprung am Plage de Legzira besichtigten.

Mit dem Mietwagen bogen wir einen kleinen Schotterpfad in Richtung Strand ab, dem wir bis zum Ende folgten. Hier konnten wir parken und zu Fuß runter zur Steilküste, von wo der begehbare Felsen weit ins Meer ragt.

Die hohen Wellen krachten hier an den Strand und es war einfach ein atemberaubendes Bild. Ganz vorn auf der Spitze des Felsens war man quasi im Wasser und man hatte nur den großen Ozean vor sich im Blick. Der Felsbogen lag rechts von uns weiter den Strand hoch. 

Vereinzelt gibt es hier auch Strandzugänge, die wir aber nicht extra aufsuchen wollten. Allein diesen Parkplatz zu finden und auch mit dem Mietwagen befahren zu können, war schon schwierig.

Wir genossen hier den Ausblick und verbrachten knapp eine halbe Stunde auf dem Felsen. Zu uns gesellte sich zwischendurch auch eine kleine Haubenlerche, deren Bestand in Westeuropa laut Wikipedia hochgradig gefährdet ist.

Wir hatten es nun 14 Uhr und Agadir lag ungefähr 3 Stunden Fahrt entfernt. Wir entschieden uns hier also für die Rückfahrt und wollten noch einen Abstecher nach Tiznit machen.

Am Meer entlang Richtung Süden

Von Aglou führte uns nun die Straße P1905 weiter in den Süden bis nach Gourizim. Ab hier folgten wir der R104, rechts das weite Meer, links immer die Bergkette, über welche die Sandstürme wehten. Hier hatten wir überall sehr schöne Ausblicke und die Fahrt war ein Genuss. 

Ab Mirleft gab es immer wieder nette kleine Buchten und Strände zwischen den sonst aufragenden Steilküsten. Wir machten zwischendurch ein paar Beautyshots vom Mietwagen und genossen das wenige Verkehrsaufkommen und die weitreichenden Ausblicke.

Ziel unserer Fahrt war nun der "Plage de Legzira", welcher für seine Steilküste und bogenförmig unterspülten Felsvorsprünge bekannt ist.

Kurzer Abstecher zum Dorf Aglou

Wir fuhren laut Empfehlung ins Küstendorf Aglou ein, welches seinen Ruhm seiner landschaftlichen Vielfalt verdankt: ein Ozean so weit das Auge reicht, Relief und Sanddünen rundherum.

Tatsächlich war das Dorf hier eher ernüchternd und wir fragten uns, wie lang der Europcar Mann wohl schon nicht mehr hier war. Keine Frage, das Meer sah nett aus hier, das Dorf aber umso weniger. Es war nichts los, etliche Bauruinen standen hier rum und zu erleben gab es hier aus unserer Sicht auch nichts.

Wir hielten kurz um an die "Promenade" zu gehen und uns ein wenig umzusehen. Für uns war aber schnell klar, dass wir uns hier nicht lange aufhalten wollten. Also ab ins Auto und weiter in Richtung Süden, am Meer entlang.